Zuletzt Bearbeitet: 06-11-2018 Autor: Heiko

 


Mit dem Dacia quer durch Rumänien - Unser Reisebericht
Mit dem Dacia quer durch Rumänien - Unser Reisebericht

Rumänien: Kriminelle und Prostituierte, Katastrophentourismus ala „Besuchen Sie uns, ihr Auto ist schon da“. Nicht zu vergessen ist natürlich Graf Dracula, welcher einem nach dem Leben trachtet. 👻

 

Ich weiß gar nicht wie oft ich mich gegen so dumme und haltlose Kommentare bzgl. unseres Reiselandes währen musste.

 

Ich bereise Rumänien (geschäftlich) schon lange und habe einen großen Wandel innerhalb der letzten Jahre erleben dürfen. Doch schon vor knapp 9 Jahren bei meinem ersten Besuch stand fest: Hier werde ich mal meinen Urlaub verbringen. Und diese 9 Jahre verbrachte ich damit meiner Frau gebetsmühlenartig zu erklären warum ich das möchte.

 

Offenherzige Menschen, sagenhafte Landschaften und (noch) günstige Unterkunftsmöglichkeiten sind nur ein Teil meiner Argumente.
Nun da unser Urlaub zu Ende ist, habe ich mit meiner Frau einen Partner an der Seite, welcher die gleichen Ansichten teilt. Auf unserer 2300 KM langen Reise verfiel sie meiner Faszination, vor allem für die Region Siebenbürgen sowie den Karpaten. Mission geglückt. 👌

 

Sicherlich ist Rumänien ein Land mit tiefsitzenden Problemen, dass möchte ich nicht beschönigen. Korruption als größtes. Infrastruktur, Staatsverschuldung, die Liste ist lang.

 

Mit diesem Reisebeicht zeige ich euch was wir auf unseren 15 tägigen Reise quer durchs Land erleben konnten, und hoffe ihr könnt euch euer eigenes Bild machen. Wir starteten in Bukarest und endeten in Cluji Napoca.


Parlamentspalast Bukarest

Parlamentspalast Bukarest / Haus des Volkes
Früh morgens bei aufgehender Sonne am Parlamentspalast Bukarest

Wahrlich, der Parlamentspalast (Gebaut als „Haus des Volkes“) ist ein absoluter Koloss. Es stellt als zweitgrößtes Verwaltungsgebäude (Platz 1: Pentagon – USA) der Welt einen Bau der Superlative. Denk ihr nicht?

 

Betrachtet mal die 🧐 Fakten:

 

- Es wurde im 3 Schicht Betrieb in knapp über 5 Jahren gebaut. Beschäftigt waren dabei 20.000 Arbeiter sowie um die 500 Architekten. 💪

 

- Um Areal für das Bauvorhaben zu schaffen wurden Ende der 1970er unzählige Gebäude mit rund 40.000 Wohnungen dem Erdboden gleichgesetzt. Auch viele Kirchen sowie Synagogen. Religion stand beim regierenden Staatspräsidenten Ceaușescu eh nicht an erster Stelle.

 

- Es entstand ein Gebäude mit einer Länge von 275 Metern, einer Breite von 235 Metern, und einer Höhe von 86 Metern. Wir reden also von einer bebauten Fläche von 65.000qm.

 

- In 5100 Räumen findet man 3000 "kleine" Zimmer, riesige Hallen und Flure. Alleine 30 Räume sind zwischen 200 und 2000qm groß. (Meine Dachgeschosswohnung besitzt 55qm, was mach ich verkehrt?) 😲

 

- Fürs „Geschäftchen“ könnt ihr zu 200 verschieden Toiletten gehen, zu welchen ihr einen der 31 Aufzüge nehmt. Oder ihr nutzt den Fußweg auf über 52.000qm verlegten Teppichen, begleitet von 150.000 Glühlampen in 480 Kronleuchtern 😲😲

 

- Aktuell kümmern sich 170 Techniker um die Instandhaltung des Gebäudes, welches 40.000 € reine Betriebskosten monatlich schluckt.

Das hört sich alles voll Hammer an, ich weiß.

 

Aber man darf nicht vergessen in welcher Zeit das geschah. Die rumänische Bevölkerung war bitter arm, im Winter 84/85 mussten die Bürger Ihren Stromverbrauch um 40 % reduzieren und die Temperatur der Wohnungen durfte 12° nicht überschreiten. 😨

 

Viel hatte Ceausescu nicht von seinem Bau. Ende 1989 erhob sich das Volk. Vor einem eilig zusammengestellten Militärgericht wurde er unter anderem des Völkermords und der Schädigung der Volkswirtschaft angeklagt. Vor laufenden Kameras wurde er zusammen mit seiner Frau am 25. Dezember 89 erschossen.

 

Die Bilder sind während einer offizielen Besucherführung entstanden, auf die schnelle aus der Hand. Nicht perfekt, aber darum ging es hier auch nicht.
Während dieser knapp einstündigen Tour haben wir laut Guide gerade mal 5 Prozent des Gebäudes gesehen (!).

 

Standort: GoogleMaps

Website: Palace of Parliament

 

Unser Hotel in Bukarest: Europa Royale Bukarest


Pasajul Macca-Villacrosse - Blick nach oben. Rumänien Reisebericht
Pasajul Macca-Villacrosse - Blick nach oben.

 

Pasajul Macca-Villacrosse

 

 

 

Lust auf einen Kaffee?

Schaut mal in der 1891 erbauten Pasajul Macca-Villacrosse vorbei.

 

Die Passage besteht aus zwei glasüberdachten Gassen, neben ein paar Szenegeschäften kann man hier in unzähligen Cafes und Restaurants die wundervolle Architektur genießen.

 


Die Schlammvulkane von Berca

Ankuft am Schlammvulkan Areal "Check"
Ankuft am Schlammvulkan Areal "Check"

 

 

Schlammvulkane sind ein seltenes Naturschauspiel, am bekanntesten sind die in Rumänien und denen wollten wir einen Besuch abstatten ✌

 

Zu finden sind sie in der Nähe von Berca. Man kann sie sich als Mini-Vulkane vorstellen, deren Vulkankegel etwas über dem Erdboden aufragt und einige Meter breit sind.

Die größten von ihnen erreichen einen Durchmesser von 8 Metern. Bei seiner Entstehung war jeder Schlammvulkan ein Loch im Boden, durch das Gase aus dem Erdinneren tonhaltige Erde und Schlamm nach draußen spuckt.

Nach und nach bilden sich um das Loch Ablagerungen dieser „Grüße aus der Tiefe”, die sich über Jahrzehnte zu Vulkankegeln formen. Im inneren des Schlammvulkans blubbert es munter weiter und die Gase aus 3.000m Tiefe treten als riesige Blasen an die Oberfläche.

 

So entstand eine sagenhafte Mondlandschaft. Ich habe mich dumm fotografiert, vor allem an „Schlammstrukturen“ und zu Hause festgestellt das niemand 30 Bilder von getrocknetem Matsch braucht 😆📷

 

Standort: GoogleMaps


Braunbärenreservat bei Zărnești

Angekommen in Brasov, starten wir am dritten Tag zu unserem Ausflug. Ein Bärenreservat sowie eine Burgruine stehen auf dem Plan.

 

6500 Braunbären. So viele streifen durch Rumäniens Wälder, und wir waren froh sie "nur" in einem Reservat sehen zu dürfen.

 

Bis vor einigen Jahren war es leider "schick" als Besitzer eines Ausfluglokales, eines Hotels oder auch einer Tankstelle sich einen Bären im Käfig zu halten. Schließlich möchten die Gäste entsprechend bespaßt werden.

Nicht nur, dass diese Art der Tierhaltung im Herzen schmerzt.


Teils wurden den Tieren die Augen und Nasen verätzt um sie vollkommen von Ihren Besitzern abhängig zu machen.

Die private Bärenhaltung ist seit 2005 endlich illegal. Im gleichen Jahr wurde ein 69 Hektar großes Reservat bei #Zărnești geschaffen um eben jenen Bären einen artgerechten Lebensabend zu ermöglichen.

 

Der Betrieb der Auffangstation ist nur durch Spenden und Eintrittsgelder möglich, vom rumänischen Staat gibt es scheinbar: Nichts.

Sofern einer von euch mal #Brasov besuchen sollte: Es ist ein schöner Ausflug raus aus der Stadt, und ihr tut gutes damit.

 

Standort: Google Maps

Website: ampbears.ro


Burg Rosenau

Die Festung Râşnov ist ein historisches Monument und Wahrzeichen in Rumänien. Sie befindet sich in Râşnov, Kreis Braşov. Die Festung wurde als Teil eines Verteidigungssystems für die transsylvanischen Dörfer gebaut, die der Invasion von außen ausgesetzt waren. Erklärt wird nichts, zu sehen gibt es nichts (Exponate oder ähnliches). In jedem verfügbaren Räumchen wird versucht Kitsch aus Fernost zu verkaufen. Allein die Aussicht ist schön. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht.

 

Standort: GoogleMaps


Schloss Peleș

Schloss Peleș - Sinaia / Reisebericht Rumänien
Schloss Peleș - Sinaia

Schloss Peleș, das Neuschwanstein Rumäniens?

 

Der vierte Tag unserer Reise bricht an, wir starten zeitig zu einem wundervollen Schloss. Später möchten wir die Kirchenburg von Honigberg besuchen. Eine der größten und schönsten Siebenbürgens. 🏰

 

Rund 1,5 Kilometer nordwestlich der Stadt Sinaia befindet sich Schloss Peles. Es wurde zwischen 1873 und 1883 für König Carol I. von Rumänien erbaut. Bis zu Carols Tod im Jahr 1914 diente das Schloss als dessen Sommerresidenz. 1947 beschlagnahmte es das kommunistische Regime.

 

Sieben Terrassen umgeben das Schloss. Ein Teil der 160 Zimmer kann seit 1993 besichtigt werden. Das Schlossmuseum hat eine Ansammlung von Waffen, Skulpturen, Möbeln und dekorativen Gegenständen. Es enthält weiterhin ein Theater mit 60 Sitzen, das später zu einem Kino umgewandelt wurde.

 

Auch hier wurden die Bilder aus der Hand gemacht, was wäre es für ein Traum hier wirklich gute Bilder mit Stativ machen zu dürfen.

 

Standort: GoogleMaps

Website: peles.ro


Die Kirchenburg in Hărman (Honigberg)

Die Kirchenburg in Hărman - Honigberg / Reisebericht Rumänien
Die Kirchenburg in Hărman - Honigberg

Die Kirchenburg ist eine besondere Bauform einer Kirche, die neben der Religionsausübung von den ansässigen Dorf- oder Ortsbewohnern auch als Rückzugs- und Verteidigungsbau genutzt wurde. Von einer Kirchenburg spricht man, wenn die Kirche von eigenen Verteidigungsanlagen, etwa Mauern und Türmen, umgeben ist.

Wie lief das Leben im ausgehenden Mittelalter in einer belagerten Kirchenburg ab?
In Honigberg kann man dies an den zahlreichen restaurierten Bauteilen noch heute plastisch nachvollziehen.
Die Kirchenburg wurde vor allem im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach belagert und angegriffen, konnte aber nicht eingenommen werden.
Im Jahr 1612 gelang es den Dorfbewohnern sogar, die Burg gegen ein 7.000 Mann starkes Heer des ungarischen Fürst Bathori zu verteidigen.
Zu der Zeit war die Anlage mit drei Ringmauern, einem Wassergraben und zahlreichen Wehrtürmen gesichert.
Die dritte Burgmauer war an der Innenseite komplett mit Lagerräumen bebaut.
Die Versorgung mit Wasser erfolgte über Brunnen, die sich innerhalb der Befestigungen befanden.

In die Kirche integriert waren Wohnzellen, die im Belagerungsfall dem Bürgermeister, dem Pfarrer und weiteren wichtigen Gemeindevertretern als Wohnraum zur Verfügung standen.

 

Es gibt sie noch, die deutschsprachigen Honigberger. Wir durften eine sehr herzliche Frau kennenlernen, und verfielen in einen kleinen Plausch... vielen Dank für diesen tollen Einblick ins damals und jetzt.

 

Standort: Google Maps

Website: harmaninfo.com


Brasov - Kronstadt

Marktplatz Brasov - Kronstadt / Reisebericht Rumänien
Marktplatz Brasov - Kronstadt

In Brasov fing es an. Meine liebe zu Rumänien.

 

Durch die dichte Ansiedlung deutscher Firmen führte mich mein Job schon 2010 erstmals nach Kronstadt (Brasov).

 

Kronstadt? Brasov? Was jetzt? Ach übrigens, zehn Jahre war man hier auch in "Stalinstadt" zu Hause.

 

Kronstadt wurde von den Ritterbrüdern des deutschen Ordens im frühen 13. Jahrhundert als südöstlichste deutsche Stadt in Siebenbürgen gegründet.

Kronstadt war über Jahrhunderte neben Hermannstadt (Sibiu) das kulturelle, geistige, religiöse und wirtschaftliche Zentrum der Siebenbürger Sachsen, die seit dem 12. Jahrhundert auf Einladung des ungarischen Königs in der Region siedelten und bis ins 19. Jahrhundert hinein die Mehrheit der Stadtbevölkerung bildeten.
Im 13. Jahrhundert fielen die Mongolen und seit dem 14. Jahrhundert immer wieder Türken in die Stadt ein. Im 16. Jahrhundert war Kronstadt der Ausgangspunkt der lutherischen Reformation in Siebenbürgen. Kronstadt und seine Umgebung gehörten zum Königreich Ungarn, zum Fürstentum Siebenbürgen bzw. zur Habsburgermonarchie, bis sie nach dem Vertrag von Trianon von 1920 an Rumänien abgetreten werden musste.

In der Zeit von 1951 bis 1961 wurde die Stadt im Gefolge des Personenkults um Stalin in Orașul Stalin (Stalinstadt) umbenannt. Bereits 1987,
zwei Jahre vor dem Wendejahr 1989, gehörte Brașov zu den ersten Städten Rumäniens, in denen sich Arbeiter im Aufstand von Brașov gegen die Ceaușescu-Diktatur erhoben. Viele Teilnehmer dieses Aufstandes blieben nach Verhaftungen verschollen.

 

Es gibt viel zu sehen, ich hab davon nur wenig fotografiert. Warum? Ich mag den maroden Charme der Stadt, habe mich eher darauf konzentriert. 📷

 

Brasov ist eine der lebendigsten Städte die ich kenne, bis tief in die Nacht ist in unzähligen Bars und Restaurants hochbetrieb.

Hotels und kleine Pensionen schießen aus dem Boden. Es geht steil aufwärts. 📈

 

Den besten Überblick könnt ihr euch bei einer kostenfreien Stadtführung geben. (Spenden sind gerne gesehen 💸 )

 

Standort: GoogleMaps

Website: FreeWalkingTour

 

Unsere Pension in Brasov: Arce 35

Restaurantempfehlung: Pilvax


Viscri / Deutsch-Weißkirch

Viscri - Deutsch-Weißkirch / Rumänien Reisebericht
Kirchenburg Viscri - Deutsch-Weißkirch

In den letzten Jahren – besonders seit der Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes 1999 – hat der Tourismus hier stark zugenommen und bildet eine zusätzliche Einnahmequelle für die Bevölkerung Viscris.

 

 

Diese Nähe zur Natur lockt die Touristen ins verschlafene Deutsch-Weißkirch, elf Kilometer fernab der nächsten geteerten Straße. Viele Touristen folgen der Empfehlung ihres renommierten Reiseführers „Routard“. Dessen Autor schwärmt von den selbst gemachten Leckereien der Weißkircher Kleinbauern. Wurst und Fleisch aus eigener Schlachtung, frisch eingekochte Marmelade. Gurken und Tomaten meist ungespritzt aus dem Garten. Die Milch kommt frisch von der Kuh 🐄. „Wir halten uns daran“, verspricht Ortsvorsteherin Caroline Feroland. Wer den Gästen auswärts eingekaufte Lebensmittel unterjubelt, bekommt keine Urlauber mehr vermittelt.

 

Für uns war es eine Reise in die Vergangenheit. Eine Zeit welche wir nur durch den Besuch diverser Museen kennen. Hier ist es wirklich, hier ist es jetzt. Es ist authentisch, wunderschön. Das musste sich auch der englische Thronfolger Prinz Charles denken, als er sich hier ein Haus kaufte und dieses mit althergebrachten Techniken renovieren ließ. Wer eine Nacht im royalen Bett verbringen möchte, hat hierzu die Möglichkeit. Das Haus beherbergt Gästezimmer, allerdings nicht im Rahmen der gängigen "Deutsch-Weißkircher" Preise. 💸

 

Standort: GoogleMaps

The Prince of Wales House: Website


Sighișoara - Schäßburg

Sighișoara - Schäßburg / Reisebericht Rumänien
Sighișoara - Schäßburg

Informiert man sich über einen Urlaub in Rumänien, stolpert man immerwährend über tolle bunte Fassaden in einer Stadt namens Sighișoara (dt. Schäßburg). Das dieses historische Stadtzentrum etwas ganz besonderes ist, wurde durch die Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe im Jahre 1999 besiegelt. 💘

Doch nicht nur die Altstadt lohnt, bemüht man sich zur Schäßburger Bergkirche findet man einen sagenhaften Friedhof.

Über 700 deutschsprachige wohnen noch in Sighisoara.

 

Standort: Google Maps

Restaurantempfehlung:  Cassa Cositorarului


Sibiu - Hermannstadt

Blick über Sibiu - Hermannstadt / Reisebericht Rumänien
Blick über Sibiu - Hermannstadt

Das Wetter gibt heute nicht viel her, also verbringen wir unseren siebten Urlaubstag bei einem Stadtrundgang 🚶‍♂ 🏃‍♀ quer durch Hermannstadt (Sibiu).

 

Sibiu ist ähnlich wie Brasov, wir fühlten uns hier sehr wohl. Es gibt unzählige Einkaufsmöglichkeiten und auch verhungern wird man hier nicht. Das Angebot von Bars und Restaurants ist auch hier, bis spät Abends, gigantisch. 🍻

 

Morgens starteten wir auf einem Jahrmarkt, danach ging es quer durch die Altstadt, bis wir ein kleines Highlight entdecken konnten:

Eine orthodoxe Kirche. ⛪

 

Standort Sibiu: GoogleMaps

Standort Jahrmarkt: GoogleMaps

Standort orthodoxe Kirche: GoogleMaps

 

Unser Hotel in Sibiu: Continental Hotel Sibiu

Restaurantempfehlung: Sibiul Vechi


Transfăgărășan - Transfogarascher Hochstraße

Transfăgărășan / Transfogarascher Hochstraße / Reisebericht Rumänien
Transfăgărășan

Ja natürlich. Ende September braucht man kein hochsommerliches Wetter erwarten. Aber man hätte es gern. Nicht mit kurzer Hose und so, aber vielleicht mit etwas mehr Ausblick als 10 Meter? 👓

 

Unsere Planung stand fest. Heute fahren wie die sagenumwobene transfogarascher Hochstraße. Grundsätzlich war eine grosse Rundreise geplant, grundsätzlich. 😜

Schon als wir morgens von unserem Hotel zum Auto laufen, merken wir das es unangenehm frisch ist. Gott sei Dank haben wir Klamotten für zwei Jahreszeiten dabei. ❄

Unsere Fahrt führt uns auf den 2024m hohen Pass, schon bald überqueren wir die Schneefallgrenze. Im vollen Vertrauen auf die Allradfähigkeit unseres Dacia Dusters erklimmen wir Meter für Meter an Höhe. Die Anfahrt bis hierhin hat geschlaucht, zwischendrin wollten wir umkehren da es viele vor uns ebenfalls machten. Und ja, wirklich. Kurz vor dem höchsten Punkt der Passstrasse haben wir abgebrochen. Stellenweise sind wir mehr gerutscht als gefahren, Allrad reicht bei Sommerreifen nur bedingt. 👎

 

Wir stellen uns kurz an die Seite, debattieren darüber ob wir die weiteren Tage umplanen können um zu einem anderm Zeitpunkt wiederzukehren. Da passierte es: Ein vollbesetzter Reisebus bahnt sich den Weg an uns vorbei, nach oben. Da war er dann doch, der Dickkopf. Was ein Bus schafft, das schaffen wir schon lange. Also doch wieder ab nach oben.  💪

 

Nun ist es soweit, wir sind ganz oben, am Balea Lake. Einem wunderschönen Bergsee. Ich sah wunderschöne Bilder von diesem Ort, und nun sehen wir: Nichts. Der Nebel ist zu stark.

 

Wir möchten nicht den Kopf hängen lassen und fahren weiter zum Vidraru Dam, einem grossen Stausee. Hier angekommen ist das Wetter wie ausgewechselt. Strahlend blauer Himmel, kein Schnee, dafür massive Windboen 💨

 

Wir lassen den Blick über den See streifen und sehen am Horizont das Felsmassiv über welches wir hierher kamen. Wir müssen uns entscheiden, ziehen wir die lange Rundreise durch, oder nehmen wir den gleichen, kürzeren, Weg wieder zurück?

 

Wir entscheiden uns für die Rückfahrt auf dem gleichem Weg, und siehe da. Vom Balea Lake sieht man noch immer nichts, jedoch hat sich der Nebel leicht aufgelöst das ich wenigstens ein "paar" Bilder der Passtraße machen kann. Die Transfagarsan im Winter, ein Motiv welches auch nicht jeder hat, die Straße ist innerhalb der Wintermonate gesperrt. (Man muss sich seine Bilder nur schön reden). 😆😂

 

Standort Balea Lake: GoogleMaps


Die Transalpina

Transalpina / Reisebericht Rumänien
Transalpina

Heute ist es soweit. Wir brechen früh in Sibiu auf, unser Ziel ist die Walachei. Genauer Baile Herculane (Herkulesbad).

Wir nehmen nicht den kurzen Weg, wir wählen die Route über die Transalpina. Ungefähr 380 Kilometer  🏎 für welche wir 8 Stunden ⏳brauchen werden liegen vor uns. Und wir freuen uns drauf.

 

Es ist strahlender Sonnenschein 🌞 gemeldet, und so kam es auch. Kein vergleich zur Tour über die Transfagarasan.

 

Vorbei an kleinen Stauseen und tollen Landschaften werden wir bergaufwärts von einer Eselherde begrüsst. Oben angekommen genießen wir, den Wolken so nah, das tolle Wetter.

 

Am Abend kommen wir erschöpft aber glücklich am Zielort an. Was für ein Tag.


Băile Herculane - Herkulesbad

Heruklesbad. Als ich vor vielen Jahren mit der Fotografie von verlassenen Orten anfing, sah ich hin und wieder Bilder eines alten Thermalbades. Es war mal wieder ein "heiliger Gral" der Szene zu sein. Niemand gab eine Info, einmal schnappte ich auf es wäre in Rumänien. Die Recherche dauert nicht wirklich lange, und ich fand folgendes herraus:

 

Herkulesbad ist einer der ältesten Kurorte der Welt. Seit fast 2000 Jahren werden hier die Quellen für Heilanwendungen benutzt.

Sein "hoch" hatte dieser Ort um 1870 als der Kaiser Franz Josef hier ein entsprechendes Thermalbad erbauen ließ.

 

Zwischenzeitlich ist viel Zeit vergangen. Neben dem "alten" historischen Herkulesbad entstand ein neues, häßliches. Betonbunker und Katastrophentourismus, so möchte man es am besten benennen.

 

Um den Glanz der alten Tage wieder erscheinen zu lassen, tat sich eine Gruppe junger Architekten zu einer Gruppe "Herculane Project" zusammen. Eine reaktivierung des alten Kurbades bzw. des gesamten historischen Stadtkernes machten sie sich zu ihrer Aufgabe. Im vordergrund steht dabei die Aufnahme in das UNESCO Weltkulturerbe. Als erster deutscher Fotograf erhielt ich Zugang in verborgene und längst vergessene Orte.

 

Um den Reisebericht nicht zu sprengen, verweise ich euch auf die Einzelberichte.

 

Als Unterkunft diente uns das GrandHotel Minerva, und können dieses auf empfehlen. Eingangsbereich, Restaurant und SPA Bereich sind frisch renoviert (Stand 2018) und sehr einladent. Den Zimmer hingegen würde eine Renovierung sehr entgegen kommen, aber was solls. Wir sind nur zum schlafen und duschen dort 😄

 

Standort: GoogleMaps

Unser Hotel in Herkulesbad: GrandHotel Minerva

 

Casino Herculane

Neptune Bath

Apollo Bath Herculane



Statue des Decebalus - Statue des Dakerkönigs / Rumänien Reisebericht
Statue des Decebalus - Statue des Dakerkönigs

Statue des Decebalus

 

Decebalus war der letzte König von Dakien – einer ehemaligen Provinz des Römischen Reiches am Donauufer.

 

Zwölf Bildhauer arbeiteten 10 Jahre (1994-2004) an seinem 40 Meter hohen Monument im heutigen Rumänien.


Der Initiator zum Bau der Bergstatue, der rumänische Geschäftsmann und Historiker Iosif Constantin Drăgan, verewigte sich direkt mit in die lateinische Inschrift "DECEBALUS REX - DRAGAN FECIT", auf Deutsch: „König Decebalus - Erbaut von Dragan"

 

Standort: Google Maps


Quelle Bigar - Bigar Cascade Falls / Reisebericht Rumänien
Quelle Bigar - Bigar Cascade Falls

Der Bigar Wasserfall

Der Wasserfall Bigar, ein Naturdenkmal der durch seine besondere Form imponiert, ist einer der spektakulärsten Wasserfälle der Welt.

 

Er wird von einem unterirdischen Quellwasser gebildet und läuft eine kegelförmige Kalksteinwand runter, etwa 7-8 Meter hoch, die vollständig mit Moos bedeckt ist.

 

Leider hatten wir schlechte Bedingungen um gute Bilder zu machen. Das Licht war zu stark, ein Schatten einer Brücke darüber fiel schlecht. Und hatte man einen guten Platz gefunden wurde man von weiteren Touristen abgedrängt.. es klappt nicht immer alles.

 

Standort: Google Maps

 


Castelul Corvinilor - Burg Hunedoara

Castelul Corvinilor - Burg Hunedoara / Rumänien Reisebericht
Castelul Corvinilor - Burg Hunedoara

Die eindrucksvolle Burg von Hunedoara erfüllt mit Türmen, Zinnen, Burggraben und Rittersaal alle Anforderungen einer mittelalterlichen Ritterburg und diente bereits Hollywood-Filmen als Kulisse.

Auch wer noch nie in Hunedoara war, wird beim Anblick der mächtigen Bilderbuch-Burg vielleicht ein Déjà vu erleben.
Denn die Burg von Hunedoara im zentralen Westen Rumäniens diente bereits zahlreichen Hollywood-Filmen, TV-Serien und Doku-Reihen als mittelalterliche Kulisse.
Nicolas Cage spielte hier bereits „Ghost Rider 2“, Ben Kingsley trieb im Horrorfilm Blood Rayne als finsterer Lord Kagan sein Unwesen und so manche Mystery-Sendung ging in dem unheimlichen Gemäuer bereits auf Geisterjagd.

 

Im prachtvollen Rittersaal der Bilderbuch-Burg von Hunedoara speisten bereits Könige, Fürsten und Heerführer.

Die Kapelle, deren Bau bereits im Jahr 1442 begonnen wurde, bildet den ältesten Teil der Burg Hunedoara in Rumänien.
Die Verzierungen der schmucken Türmchen an der Burg von Hunedoara rechts neben dem Burgtor sind einen zweiten Blick wert.
Das Hauptportal führt direkt in den Innenhof der Burg, der von zahlreichen Wohn- und Repräsentationsbauten umrahmt wird.

Wer ganz nah an der Burg nächtigen möchte, dem können wir die Unterkunft Vila Corviniana nur empfehlen. Diese Unterkunft wählten unter anderem schon die Filmteams.

 

Für die Fotografen: Die Bilderbuchaufnahmen welche man oft im Netz sieht, sind schwer zu realisieren. Das Burggelände wird verschlossen, man kommt nur zu den regulären Öffnungszeiten in die nähe der Brücke. Natürlich mit vielen anderen Touristen zusammen.. so starben auf unten stehender Ansicht 16 Besucher den Photoshop-Tot.

 

Standort: GoogleMaps

Unser Hotel in Hunedoara: Vila Corviniana


Cincis Lake - Biserica Greco-Catolica  / Reisebericht Rumänien
Cincis Lake - Biserica Greco-Catolica

 

Biserica Greco-Catolica

 

Ein ungewöhnlicher Ort, mitten in den rumänischen Wäldern. Das möchte man denken.

 

Ursprünglich stand die Kirche ⛪ am Hang, im Tal das Dorf.

Dieses Tal wurde geflutet um einen künstlichen Staudamm zu erschaffen.

 

Übrig geblieben ist die Kirche, welche nach und nach von der Natur zurückerobert wird.

 

Standort: GoogleMaps

 

 


Pesterii Bolii

Pesterii Bolii / Reisebericht Rumänien
Pesterii Bolii

Höhlen sind doch wirklich etwas besonderes. Und in Rumänien gibt es unzählige davon, eine ist die Pesterii Bolii.

Mit viel Arbeit wurde diese touristisch erschlossen, ergänzt durch tolle Lichtinstallationen.

 

Fotografie 📷 mit Stativ hatte hier im gegensatz zu anderen Höhlen niemanden interessiert, Gäste waren auch recht wenige da. Genaugenommen zwei. Ich und meine Frau 😅

 

Standort: GoogleMaps


Römische Therme bei Geaogiu Bai
Römische Therme bei Geaogiu Bai

Römische Therme bei Geoagiu Bai

 

In Geoagiu (deutsch Gergesdorf) fanden schon die Römer zur Entspannung.  1986 wurde das alte Thermalbad freigelegt, das Gelände den Touristen zugänglich gemacht.

 

Noch heute ist hier ein Thermalbad aktiv,

lockt Kurgäste in die kleine Stadt mit rund 3000 Einwohnern.

 

Ursprünglich haben wir diesen Ort jedoch besucht da ich in meiner Urlaubsplanung ein tolles Bild eines Wasserfalles fand.. auch dieser sollte irgendwo hier sein.

 

Standort: GoogleMaps


Wasserfall Cascada Clocota
Wasserfall Cascada Clocota

Wasserfall Cascada Clocota

 

20 Meter freier Fall. Was für ein Augenschmaus.

Ja, natürlich fanden den Wasserfall.

 

Nach kurzen Spaziergang hatten wir ihn für uns ganz allein!

 

Tatsächlich. Es war niemand da. Ich dachte sofort an den Bigar Wasserfall zurück. Dort kamen Buse voller Touristen, und wenn ich ehrlich sein darf: Der Bigar ist nichts gegen diesen Wasserfall!

 

Touristisch völlig unbekannt,

seine Schönheit in einem Bild gar nicht darstellbar: Cascada Clocota

 

Standort: GoogleMaps


Toxic Sea - Der Giftsee von Geamăna

Toxic Sea - Der Giftsee von Geamăna / Rumänien Reisebericht
Toxic Sea - Der Giftsee von Geamăna

In den 1970er Jahren entschied der rumänische Staatschef Nicolae Ceausescu, nahe dem Dorf Geamana, eine Kupfermine zu betreiben.

 

Die Mine enthält das größte Kupfervorkommen Rumäniens und produziert

heute mit fast 500 Beschäftigten mehr als 7000 Tonnen Kupfer im Jahr.

 

Für die Kupfergewinnung wird das abgebaute Kupfererz fein gemahlen und die Kupfermineralien in einer Art Schaumbad mit Hilfe von Luft und Chemie vom Rest getrennt. Dieser "Rest" wird "abgeleitet".

 

Das Tal, in dem Geamana lag, wurde hierfür auserkoren. Nach und nach versanken die Häuser im Schlamm.

 

 

Einst lebten hier etwa 400 Familien, um die 1000 Menschen also. Die meisten sind vor dem ansteigenden Schlammsee geflohen. Nur noch rund 10 Familien leben um den mittlerweile 130 Hektar großen Giftsee. Einst wurde ihnen versprochen das der Friedhof umgesetzt würde. Doch auch die Familiengräber sind inzwischen im Schlamm versunken.

 

Mahnend schaut nur noch der Kirchturm aus dem "Toxic Sea".. vor keinen 5 Jahren war noch die komplette Dachkonstruktion zu sehen.

Es ist kein Ende in sicht. Die Kupfervorkommen der Mine reichen vorraussichtlich noch 20 Jahre.

 

Um den Giftsee herum führt eine sehr schlecht befahrbare Straße, wir haben sehr lange gebraucht bis wir am See angekommen sind. Ohne Allrad hätten wir es sehr schwer gehabt, ebenfalls war es sehr beruhigend einen Ersatzreifen im Fahrzeug zu haben. Rund um den See herum sind kleine Häuschen mit Sicherheitsmitarbeitern. "Fotografieren verboten" Schilder hängen aus. Nein. Diesen gefallen tue ich euch nicht. Die Welt muss sehen was ihr mit unserer wunderschönen Natur anstellt. Schande über euch!


Salina Turda - Salzberkwerk

Salina Turda - Salzmine / Reisebericht Rumänien
Salina Turda - Salzmine

WOW. Ehrlich, das war meine Reaktion als ich in meiner Urlaubsplanung auf das ehemalige Salzbergwerk stieß.

 

Von 1690 bis 1932 wurde hier aktiv Salzabbau betrieben.

Während des zweiten Weltkrieges wurden die Stollen als Luftschutzbunker genutzt, danach bis 1992 als Käselager.

 

Jetzt wartet auf euch, in 120 Metern Tiefe, ein leuchtender Vergnügungspark. Museum, Kurort und Vergnügungsort in einem. Riesenrad, Bowlingbahn oder Bootsfahrt: Für jeden ist etwas dabei. Oder einfach nur hinsetzen und die Luft geniessen welche sich positiv auf die Atemwege auswirkt. Es ist anders, zugegeben. Im Internet fand ich Bilder von 2007, auch hier wurden schon Touristen hereingelassen. Ohne unterirdischen Freizeitpark. Und wenn ich ehrlich sein darf: Das fand ich besser. Ihr habt es vielleicht gut gemeint, jedoch übertrieben.

 


Die Cheile Turzii, oder auch die Thorenburger Klamm.

 

Seit 1938 unter Naturschutzgestellt, kann man diese wunderschöne Kalksteinklamm über 2 Kilometer entlang wandern. Inmitten 300 Meter hoher Felswände kann man Rumäniens wunderschöne Natur bewundern. Die Klamm ist ein Katzensprung von Turda entfernt, und lässt sich daher super mit einem Besuch im Salzbergwerk kombinieren.


Reiseführerempfehlung

Wir sind seit vielen Jahren in Europa unterwegs. In den Anfangsjahren mit zig verschiedenen Reiseführern die man sich so zusammen gesammelt hatte. Irgendwann hatten wir einen vom Michael Müller Verlag. Zugegeben, die Teile sind nicht handlich/reisefreundlich. Dennoch findet ihr zu den entlegensten Orten hilfreiche Infos. Kombiniert mit sehr guten Restaurant und Hotelempfehlungen. So gingen wir auch nach Rumänien mit  einem Reiseführer und wurden, mal wieder, nicht enttäuscht.

 

Es ist ein AffiliateLink. Bedeutet ich bekomme ein paar Cent gutgeschrieben wenn ihr über diesen Link kauft. Ob es euch der vorangehende Reisebericht wert ist, entscheidet bitte selbst.



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Kommentare: 3
  • #1

    Simion Alb (Sonntag, 14 Oktober 2018 13:44)

    Excellent photos and great story!
    Thank you for showing beautiful areas of Romania!

  • #2

    Conny (Freitag, 22 März 2019)

    Hallo,
    ich habe den Reisebericht mit Begeisterung gelesen. Vor allem auch die vielen Bilder sind toll.
    Wir planen im Mai eine Reise mit dem Wohnmobil nach Rumaenien und viele der beschriebenen Orte wollten wir sowieso sehen, aber durch den Reisebericht haben wir nun eine sehr viel genauere Vorstellung und einige neue Anregungen waren auch noch dabei.
    Gut fuer die Vorfreude!
    Vielen Dank

  • #3

    Verena (Sonntag, 19 Mai 2019 18:57)

    Tolle Fotos �� und toller Bericht


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