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Budapest - Abseits des Touristenstroms

Parlamentsgebäude Budapest
Parlamentsgebäude Budapest
Michael Müller Verlag
Michael Müller Verlag

Es ist November, wir wollen nochmal weg.

Nach unserem Jahresurlaub in Dänemark, auf welchen wir mit gemischten Gefühlen zurückblicken, hatten wir das Gefühl dieses Jahr noch nichts erlebt zu haben.

Auf dem Schreibtisch liegt ein kleiner Zettel, eine Bucket List der Länder und Metropolen die wir noch sehen möchten. Davon am besten zu realisieren war Budapest.

Nachdem wir uns einen Reiseführer besorgt hatten (Klar Michael Müller, vergesst den Rest), suchte ich noch einige Fotospots zusammen. Mit Übernachtungsmöglichkeiten wird man in Budapest erschlagen, zumindest zu dieser Jahreszeit. Unsere Wahl viel auf Grund der zentralen Lage auf das Danubius Astoria Hotel.  So brachen wir zu einer sonntäglichen Fahrt auf, ca. zehn Stunden später empfing uns die Hauptstadt Ungarns. Fußläufig erkundeten wir am Abend die Umgebung und fanden eine (eigentlich DIE) Bar welche uns die folgenden Abende fast täglich Aufnehmen sollte, die Ruinenbar Szimpla Kert.

Szimpla Kert Ruinbar Budapest
Szimpla Kert Ruinbar Budapest
1891 - Samu Freiberer - Treppenhaus
1891 - Samu Freiberer - Treppenhaus

Wir wollen 7 Tage bleiben, genug Zeit die Stadt kennenlernen zu dürfen. Budapest strotzt wie wenig andere Städte mit tollen Sehenswürdigkeiten. Wir wollen das ganze Touriprogramm durchkauen und freuten uns drauf. Bilder wollte ich dort jedoch nicht machen, selbst im November war einfach unerträglich viel los. Neben den bekannten Spots die tausendfach auf Instagram gezeigt werden, wollte ich Orte abseits des touristischen Stroms besuchen. Um die 15 Architekturspots fand ich, und war guter Dinge viele dieser besuchen zu dürfen. Leider ist Budapest in dieser hinsicht sehr speziell. An jeder Hauseingangstüre ist ein elektrischer Türöffner, wir beobachteten das man neben der eingabe eines Codes auch einen Chip benötigt um die Türe zu entriegeln. Und sie waren zu, alle. Am Ende sollte es also nur eine Handvoll Locations werden die wir zu sehen bekamen, dafür war die Freude über diese umso größer. Diese Treppe hier findet man in der Dalszínház Straße, sie wurde 1891 nach den Plänen Samu Freiberer´s erbaut.

 

Die Freiheitsbrücke in Budapest bei Nacht
Die Freiheitsbrücke in Budapest bei Nacht
Dunapark Budapest
Dunapark Budapest

Um 1900 begann zwischen den Donaumetropolen Wien und Budapest ein Wetteifern um die schönste Stadt. Die Kunstgeschichtlich schaut man hier auf den Historismus zurück. In Budapest sind besonders viele Bauten im neobarocken Stil zu finden, was eine stilistische Unterart des Historismus ist.

Ebenfalls finden wir wunderbare Bauhausarchitektur der 1930er Jahre. So wie diese hier gezeigte Treppe. Zu finden ist sie im Dunapark (dt. Donaupark), einen Gebäudekomplex mit 3 Zugängen. Hinter jeder Haustüre wartet eine andere Spiraltreppe darauf entdeckt zu werden. Bei unserem Besuch peitschte uns der Regen ins Gesicht. Wir standen vor verschlossener Türe und mussten warten um bei der nächsten Gelegenheit mit reinzuhuschen. Relativ unentspannt war es hier, die Wohnungen sind alle privat vermietet, die Anwohner (verständlicher Weise) ziemlich genervt von Fotografen. So haben wir es bei einem der Treppenhäuser belassen.

Dunapark Budapest
Dunapark Budapest
Felsenkirche Budapest
Felsenkirche Budapest
Treppenhaus am Bazaar Budapest
Treppenhaus am Bazaar Budapest

Eine weitere Sehenswürdigkeit Budapest´s ist der Burgberg. Kommt ihr über die Kettenbrücke könnt ihr euch entscheiden:

 

Standseilbahn oder Bimmelbahn.

 

Bitte entscheidet euch für nichts von beiden. Beides ist Abzocke, und ziemlicher Blödsinn.

 

Den Burgberg vor den Augen läuft ihr die Straße links entlang. Nur ein paar hundert Meter und ihr kommt am "Bazaar" an. Hier befindet sich hinter einer unscheinbaren Türe der Zugang zu diesem Treppenhaus. Nach den paar Stufen könnt ihr mit Rolltreppen oder Aufzügen den Burgberg erklimmen. Oder altmodisch, über Aussentreppen.

 

Eine viel schönere und vorallem kostenfreie Art ans Ziel zu kommen, oder?

Hinterhof in der Kossuth Lajos Straße
Hinterhof in der Kossuth Lajos Straße
Adria Palace Budapest
Adria Palace Budapest

Bezugnehmend auf die schon angesprochenen Perlen des neobraocken: Ich bekam die Möglichkeit den Adria Palace zu besuchen.

Das Gebäude war einst Firmensitz der Königlichen Seeschiffahrts A.G.

Der Palast blickt zurück auf eine turbulente Geschichte, die größten Teile des Palastes stehen jedoch seit Mitte der 90er Jahre leer.

 

Aktuell wird das Gebäude renoviert, über 20 Millionen investiert eine Budapester Immobiliengesellschaft. Läden, ein exklusives Hotel sowie Appartments werden hier entstehen.

Oft scheitern solche Projekte an Geldmangel, hier gehe ich nicht davon aus. Der Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft is der Schwiegersohn von Viktor Orbán, dem Ministerpräsidenten Ungarns.

 

Mehr zu diesen Gebäude findet ihr hier.

Adria Palace Budapest
Adria Palace Budapest
Danubius Astoria Hotel Budapest
Danubius Astoria Hotel Budapest

Ein wenig schmunzeln musste ich schon.

Für Urlaube wie diesen sitze ich oft viele Abende lang vor dem Recher und suche nach interessanten Fotolocations.

Als wir am ersten Tag in unser Hotel eincheckten nahmen wir, Gepäckbeladen, den Lift.

 

Zur ersten Orientierung laufe ich kurz darauf durch das Hotel und finde diese Treppenschönheit.

 

Klar, das freute mich sehr. Hatte ich sie noch nirgends zuvor gesehen. Zufallsfunde sind einfach die besten.

 

Das Danubius Astoria Hotel wurde 1914 erbaut, und strahlt noch immer eine besondere Atmosphäre aus.

 

Wir entschieden uns für das Hotel vorallem auf Grund der zentralen Lage. Eine U-Bahn Station liegt direkt vor der Türe, unzählige Gastronomie schließt sich an.

Danubius Hotel Astoria
Danubius Hotel Astoria
Heldenplatz Budapest
Heldenplatz Budapest
Georgia House Budapest
Georgia House Budapest

In der Rákóczi út 4 findet man ein weiters Relikt der Bauhausära. Das 1935 erbaute Georgia House.

Ich weiß leider nicht warum das Gebäude den beinamen "Georgia" trägt, falls jemand von euch mehr Infos besitzt, immer her damit.

In dem Gebäude sind Wohnungen, Praxen und Büros untergebracht, die Türe steht daher meist offen. Also auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Georgia House Budapest
Georgia House Budapest
Bikás Metro Station Budapest
Bikás Metro Station Budapest

Ich durfte schon von vielen U-Bahnhöfen Bilder machen, unvergesslich bleiben mir hier zum Beispiel die tollen Locations in Köln.

Aber auch Budapest kann sich wirklich sehen lassen.

 

Bei meiner Loctionsuche bin ich über futuristische U-Bahnhöfe gestolpert welche ich unbedingt sehen wollte.

 

Die Geschichte der Budapester Metro geht übrigens wirklich weit zurück. Sie war die dritte U-Bahn der Welt und ging 1896 mit der Linie M1 in Betrieb.

Die gesamte Metro ist mit 52 Stationen und knapp 40 Kilometer länge sehr gut ausgebaut.

 

Top Angebot für Touristen ist das angebotene 3 Tagesticket für ca. 14 €.

Mit diesem Ticket kann das gesamte öffentliche Budapester Verkehrnetz genutzt werden.

Kálvin tér Metro Station Budapest
Kálvin tér Metro Station Budapest

Das fotografieren in den Metros von Budapest ist grundsätzlich erlaubt.

 

Von meinen U-Bahnhof Erkundungen in anderen Metropolen weiß ich, das man immer eine Genehmigung der Verkehrsbetriebe einholen sollte sobald man mit Stativ fotografieren möchte.

 

In einigen Fotoforen wurde geschrieben das man es in Budapest gar nicht erst probieren braucht, weil eine entsprechende Genehmigung nie ausgestellt wird.

 

Ich probierte es trotzdem, und bekam im ersten Anlauf auch wirklich eine Absage.

 

Ich ließ trotzdem nicht locker, man fand einen Deal und ich konnte in vorgeschriebenen Stationen zu festgelegten Uhrzeiten meine Bilder machen. Danke an die Verkehrsbetriebe nochmals für das entgegenkommen.

Das war auch schon mein kleiner Blogbeitrag zu unserer Zeit in Budapest. Neben den gezeigten Bildern haben wir natürlich noch viel mehr erlebt und gesehen. Aber manchmal ist Zeit zu Zweit, ohne Kamera, auch ganz schön.

Gerade unser Besuch im New York Cafe Budapest oder unser Tag im Széchenyi Thermalbad wird uns unvergessen bleiben. Auch ans Herz legen, können wir einen Streifzug durch die grosse Markthalle. Hier gibt es frisches Gemüse, Obst, Käse, Fleisch, alles wonach einem beliebt. Kritisch muss man jedoch auch sein. Die Stadt hat viel Instandhaltungsrückstau. Ein paar Straßen fernab der touristischen Wege wird es recht morbide und schmutzig. Der Verfall vieler Gebäude mag einige Besucher abschrecken, für mich machte es Budapest erst interessant. Fahrt einfach hin, und macht euch euer eigenes Bild. Viel Spaß :-)


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